TONY RIZZI
Work Hard, Don’t Lie, and Try Not to Hurt Anybody

»Now I begin my life in Frankfurt. I really like it here and feel like I should be here. I feel a protective person by me at all times…strange. WORK HARD, DON’T LIE AND TRY NOT TO HURT ANYBODY.« Auszug aus Tony Rizzi’s Tagebuch (7. September 1985)
Dieses Zitat rahmt die bislang umfangreichste Ausstellung des renommierten US-amerikanischen Tänzers, Choreografen und Fotografen Tony Rizzi, der seit 40 Jahren in Frankfurt lebt und arbeitet.
Seit Mitte der 1980er-Jahre hält Tony Rizzi (*1965) Menschen, Begegnungen und Performances mit der Kamera fest. Als Tänzer kam er 1985 zum Ballett Frankfurt unter der Leitung von William Forsythe. Bald darauf wurde die Fotografie für ihn zu einer weiteren eigenständigen künstlerischen Praxis und zu einer Möglichkeit, Verbindungen zu schaffen und flüchtige Momente festzuhalten.
Polaroids und Fotocollagen von den 1990er-Jahren bis heute treffen auf frühe Schwarz-Weiß-Fotografien von der Welt des Balletts, Videos und Installationen. Im Mittelpunkt stehen Porträts, Performances, Freundschaften, Liebesbeziehungen, Familie und queere Communities. Ein besonderer Höhepunkt ist »Living Room«, eine Installation aus mehr als 6.000 Polaroids, die erstmals öffentlich präsentiert wird.
Kuratiert von Prof. Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des FFF, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler vereint die Schau erstmals die ganze Vielfalt seines fotografischen Werkes und eröffnet einen immersiven Zugang zu Rizzis Universum.
Zur Ausstellung erscheint zudem die erste Monografie des Künstlers. Die limitierte Edition von 300 Expemlaren ist nummeriert und datiert während der Ausstellung zu einem Vorzugspeis im Fotografie Forum Frankfurt erhältlich.
Tony Rizzi, 1965 geboren als James Anthony Rizzi in Dedham, Massachusetts, erhielt seine Ausbildung an der Boston Ballet School, u. a. unter den legendären New York City Ballet-Tänzer*innen Violette Verdy und Bruce Wells. 1985 kam er nach Frankfurt, wo er bis 2003 als Tänzer und künstlerischer Assistent beim Ballett Frankfurt unter der künstlerischen Leitung von William Forsythe wirkte. Parallel entwickelte er ein eigenständiges choreografisches Werk: 1995 schuf er gemeinsam mit Forsythe und Dana Caspersen »Firstext« für das Royal Ballet London; weitere Choreografien entstanden u. a. für das Bayerische Staatsballett und das Gärtnerplatz Tanztheater München. Von 1999 bis 2023 war er als Hauptdarsteller in zahlreichen Produktionen von Troubleyn / Jan Fabre tätig, darunter die 24-stündige Performance »Mount Olympus«. 2012 spielte er die junge Marina Abramović in Robert Wilsons »The Life and Death of Marina Abramović« auf internationaler Tournee. Mit seiner eigenen Compagnie ›Tony Rizzi and the Bad Habits‹ entwickelt er seit 2000 eigene Tanzproduktionen, die regelmäßig am Mousonturm Frankfurt und am Gallus Theater uraufgeführt werden. Internationale Tourneen führten ihn u. a. nach Montreal, Wien, Tokio, New York und Oslo.
Seit Ende der 1980er Jahre ist Rizzi als Fotokünstler tätig. Seine Werke wurden u. a. im Frankfurter Kunstverein, in der Oper Frankfurt, im Mousonturm, im Kunstverein Hamburg, Platform Sarai, Frankfurt am Main, im MUMOK Wien, und im Mori Art Museum Tokio gezeigt und sind international in Sammlungen vertreten.
Öffnungszeiten
DI–SO 11–18 Uhr
MO geschlossen